Endlich werde ich an dieser Stelle mal meine Impressionen bezüglich unseres Kurztrips in den Banff Nationalpark zum Besten geben.
Am Donnerstag 21.02. in aller Früh ging es auf nach Downtown, um zu fünft unser Auto für vier Tage abzuholen. Und los ging's. Wie die Ölsardinen gequetscht, aber voller Vorfreude, denn all denen, denen wir von unserem Trip erzählt haben, haben uns vorgeschwärmt, wie schön es dort wäre. Es lagen ganze 800 Kilometer vor uns und vier Tage voller Sonnenschein und klarem Himmel. Und es wurde nicht zuviel versprochen. Vielleicht sollte ich aber noch erwähnen, dass wir gleich in der ersten Stunde die Auffahrt zur Autobahn verpasst haben...jaaaa, sowas ist hier möglich. Nämlich dann, wenn das Schild etwa die Größe eines A4-Blattes besitzt und alle Insassen gerade abgelenkt waren. Wir hatte gerade beschlossen, auf den Rummel zu gehen, wenn dieser im Frühling in Vancouver wieder aufmacht! Nach einer Stunde ist uns diese kleine Unregelmäßigkeit aufgefallen und wir mussten alles wieder zurückfahren. Aber endlich auf der richtigen Fährte und raus aus Vancouver, gab es nur noch wilde Natur! Zugegebenermaßen haben wir zwar außer Eichhörnchen und einer Herde Hufgetier nicht viel wildes Leben beobachten können, aber die Landschaft ist unschlagbar. Gleich, wenn man aus Vancouver rauskommt und die umgebenden Berge hinter sich gelassen hat, fängt eine breite Tallandschaft an. Ausgedehnte Plateaus, kleine Flüsse, Hügel und hinter jedem eine noch weitere Landschaft! Hier und da ein paar Häuser, bei denen ich mich fragte, wer eigentlich so im Nichts wohnt...und irgendwann dann die Rockies. Das ist schon ein schöner Anblick. Wenn man so mitten drin ist, bekommt man gar nicht so mit, wie gewaltig die ganze Angelegenheit ist, aber dazu später mehr! Nach elf Stunden Fahrt plus Zeitumstellung, in Alberta war es eine Stunde früher als in BC, sind wir jedenfalls k.o. aber froh in Lake Louise angekommen. Glücklicherweise war unsere Jugendherberge ein kleines Juwel, wie eigentlich der ganze Ort, der genau genommen nicht mal als Dorf zu bezeichnen ist, wie uns ein Bewohner erklärte. Alles sah aus, wie aus einer Märchenwinterlandschaft herausgenommen und fast hätte ich den Weihnachtsmann nochmal erwartet! Wie schon gesagt, waren wir echt fertig vom Rumsitzen und sind recht früh zu Bett gegangen. Am nächsten Morgen stand dann erstmal der Lake Louise auf der Tagesordnung. Eingebettet von hohen Bergen und einem hässlichen Hotel, aber dafür verschneit und zugefroren, waren wir alle ganz aus dem Häuschen und haben gleich im ersten Moment beschlossen, dass sich die ganze Reise schon allein wegen diesem Anblick sehr gelohnt hat. Lustigerweise gab es noch große Eisfiguren zu bestaunen, ein Eischloss auf dem See und wir haben bestimmt zwei, drei Stunden dort verbracht. Danach sind wir nach Banff, nachdem auch der Nationalpark, in dem wir uns ja die ganze Zeit befanden, gefahren. Banff ist meiner Meinung nach nur für Touristen gebaut worden, niedlich, aber voller Kommerz! Wir sind eine Weile rumgeschlendert und haben noch für den nächsten Tag eine Wanderung durch den nahegelegenen Johnson Canyon gebucht. Hat jeden von uns schlappe $64 gekostet, klang aber vielversprechend und wir wollten so gern so richtig in die Natur. Uns wurde noch empfohlen, mit der Gondola auf den Mount Sulphur zu fahren, was wir dann auch prompt gemacht haben. Und wenn wir dachten, dass man schon vom Grouse Mountain eine tolle Aussicht hat, dann ist die 360° Aussicht von dort wirklich sensationell! Kilometerlang konnte mann die Bergrücken der Rockies verfolgen, gefrorene Seen und Flüsse und ein azurblauer Himmel haben das Panorama unvergesslich gemacht. Ich konnte richtig verstehen, wieso Bergsteiger auf Berge steigen und hätte am liebsten gleich mitgemacht. Mount Sulphur hat seinen Namen von dem hohen Schwefelvorkommen in der Gegend, das wiederum dazu führt, dass es dort auch viele heiße Quellen gibt. Leider sind wir nicht in Genuß davon gekommen. Abends noch ne Rund Pool im Clubhaus und dann forderte die Höhenluft ihren Preis (was meint, dass wir alle wieder ziemlich müde waren). Dann also wieder nach Banff, rein in den TouriBus und los zum Canyon. Da war die Enttäuschung etwas groß, als wir angekommen sind und gesehen haben, dass hier jeder hinfahren kann und im Sonntagsstaat seinen Spaziergang macht! Bei unserem Anbieter machte es denn Anschein, als wenn wir auf einen firmeneigenen Pfad geführt werden..egal, der Canyon war zwar auch nicht riesig, aber so zugefroren sah das schon toll aus. Am Ende gab's sogar noch ein paar Eiskletterer on top und warmen Kakao mit Keksen. Schade war nur, dass unser Guide immer so auf Zeitdruck war und Neng, unser Thai und Hausfotograf, nicht so richtig zum Bilder machen gekommen ist. Da war sogar seine freundlich-asiatische Seele etwas erbost. Wurde aber alles wettgemacht, als wir am selben Abend nochmal zum Lake Louise gefahren sind, um bei sternenklarem Himmel, na was wohl, Sterne zu gucken. Das war dann definitiv das beste, was ich jemals gesehen habe. Wir haben sogar Sternschnuppen gesehen und obwohl Lichter vom Hotel schienen, war es einfach überwältigend klar und weit. Und wir waren allein auf dem See..einen kurzen Moment haben wir sogar einen ganz schönen Schrecken bekommen, als es am Ufer verdächtig raschelte, aber es war nur eine Kutsche, die wir kaum erkennen konnten. Zur Belohnung gab es nochmal heiße Schokolade im gehobenem Ambiente...und wir in Skiklamotten!
Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen und auf nach Hause. Christian hatte unterwegs noch die tolle Idee über Whistler nach Hause zu fahren. Eh wir dann aber da waren, sind wir schon drei Stunden im Stockfinsteren Serpentinen gefahren, die ich im Hellen schon anstrengend fand, weswegen ich hier nicht soviel über die angeblich schöne Landschaft schreiben kann, aber dazu wird bestimmt Christian nochmal seine Meinung äußern. Ich jedenfalls war froh, irgendwann wieder zu Hause zu sein und kann nur jedem empfehlen, die Rockies einmal im Leben zu sehen!
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